Der Vorläufer des Ski-Klubs Schwaz war der Wintersportverein Schwaz, eine Sektion des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins, die bereits im Jahre 1912 gebildet wurde. Neun Jahre später, im Sommer 1921, kam es im 'Nußbaumergartl' des Gasthauses 'Krone' zur Gründung des Skiklubs Schwaz mit folgendem Ausschuß: Obmann Hugo Prem, Kaufmann; Kassier Josef Treichl, Lehrer; Schriftführer Andreas Stauder, Gemeindebeamter; Sportwart Hans Hackl, Kaufmann; Referent für Sprungschanzenbau Hubert Hochleitner, Stadtbaumeister; Prof. Max Angerer, ein brillianter Landschaftsmaler schuf das Vereinsabzeichen des Ski-Klubs.

Schon im Winter 1922/23 entstanden Schneeschanzen auf dem 'Leiten-' und 'Schmadlfeld' und 1927 die 'Cordulaschanze' mit künstlichem Anlaufturm, der im Jahre 1930 die Arzbergschanze folgte, auf der der Norweger Weltklassespringer Birger Ruud mit 64 m den Schanzenrekord aufstellte. Aus einer grossen Schar mutiger Schwazer Springer stach besonders Hermann Gugganig hervor.

Aber auch der alpine Schilauf und der Langlauf erlebten in den Dreißigerjahren einen beachtlichen Aufschwung. Am 13. Jänner 1929 wurde der Ski-Klub Schwaz mit der Durchführung der Tiroler Skimeisterschaft betraut (Sieger Ole Asterrud), den Höhepunkt bildete aber die Durchführung des '19. Österreichischen Hauptverbandswettlaufes um die Meisterschaft des ÖSV' am 31. Jänner und 1. Feber 1931. Die Meisterschaft des ÖSV konnte nur erworben werden durch die Teilnahme am Abfahrtslauf. Meisterin des ÖSV wurde Annemarie Kopp, ISV, Kombinationssieger und damit Meister des ÖSV 1931 wurde der Sudetendeutsche Walter Glass.

Österr. Meisterschaft 1931 - Abfahrtslauf
Prof. Max Angerer 'Vater des Ski-Klub Wappens'

Nach Auflösung des Vereins im Jahre 1938 schlug im Sommer 1946 die zweite Geburtsstunde für den Ski-Klub Schwaz. Unter Obmann Hans Höck (bis 1947) und seinem Nachfolger Kurt Waroschitz (bis 1948) wurde unermüdlich am Wiederaufbau des Vereins gearbeitet. Obmann Vikor Markart (1948 - 53) und seine Mitarbeiter gaben dem Verein starke Impulse. In vielen Arbeitseinsätzen wurde die 'Frundsbergstrecke', auch 'Wilde Sau' genannt, geschaffen. Auf ihr wurde 1950 die Tiroler Alpine Schimeisterschaft durchgeführt. Sie ging als Meisterschaft der Jugend in die Schigeschichte des Landes ein unter der Titelzeile: Ria Schwarzenbacher, SK Kitzbühel und Ernst Spieß, Tsch. Innsbruck, Sieger in der Alpinen Kombination.

Originalausschreibung/Startliste der Tiroler Alpinen Skimeisterschaft 1950

Am 17. und 18. Jänner 1953 folgte als nächste Großveranstaltung des Ski-Klubs Schwaz die Nordische Skimeisterschaft. (Sieger: LL Dr. Ossi Schulz, Sprunglauf Ferdl Kerber, WSV Innsbruck, Kombination Sieghard Hornstein, WSV Reutte)

In der Folgezeit führte Richard Unterlechner den Verein über eine zweijährige Durststrecke. Ihm folgte der dynamische Obmann, OVR. Dr. Wolfgang Pinsker (1955 - 1964). In seine Zeit fällt die Durchführung der Tiroler Alpinen Jugendmeisterschaft vom 25. bis 26. Jänner 1958 (Sieger: Christl Staffner, Tsch. Innsbruck und Ernst Flach, SC Arlberg).

Die grösste sportliche Veranstaltung während der Obmannszeit Dr. Pinskers war die Tiroler Alpinen Skimeisterschaften vom 4. - 5. Feber 1961, an der ausnahmsweise alle Mitglieder des Nationalkaders teilnahmen. (Sieger Damen: AL Traudl Hecher, SK Schwaz, TL Grete Grander, SC St. Johann, Kombination Grete Grander; Sieger Herren: AL Martin Burger, SC Pettneu, TL Hias Leitner, SC Kitzbühel, Kombination Karl Schranz, SC Arlberg).

Originalausschreibung 1961

Als bewährter Stellvertreter Dr. Pinskers übernahm Mag. Erich Knapp, Apotheker, im Herbst 1964 die Führung des Vereins bis 1970. Mit seinem tüchtigen Mitarbeiterstab führte er die Österreichische Alpine Skimeisterschaft 1966 durch, die als Meisterschaft mit Herz ein voller Erfolg wurde. (Sieger Damen: AL, TL und Kombination Christl Haas, Tirol; Sieger Herren: AL Egon Zimmermann, Vorarlberg, RTL Karl Schranz, Tirol, TL Herbert Huber, Tirol, Kombination Hugo Nindl, Tirol).

Karl Schranz
Siegerehrung Damen 1966

Der Ski-Klub Schwaz stand damals auf dem Höhepunkt seiner Vereinsgeschichte, war jahrelang der stärkste Verein im Tiroler Skiverband und wies dank einer vorbildlichen Jugendarbeit mit über 700 Kücken, Kindern, Schülern und Jugendlichen einen Nachwuchs aus, der im ÖSV nicht seinesgleichen fand.

Die Hauptversammlung vom Herbst 1970 wählte den erfahrenen und bewährten Vereinsfunktionär und Kampfrichter Wolfgang Seeberger zum neuen Obmann, der den Verein bis 1976 mustergültig weiterführte. Sein besonderes Augenmerk galt der Kampfrichterschulung. Ihm folgte als Obmann im Oktober 1976 Helmar Berger (bis 1980). In seine Zeit fällt die Neubelebung des Sprunglaufes auf der Jugendsprungschanze am Marterertal. Anlässlich der Hauptsammlung vom 14. Oktober 1977 wurde der 'Silberne Stier der Stadt Schwaz' präsentiert, eine prächtige Trophäe, die nur an die Klassensieger des Franz-Moser-Gedächtnis-Riesentorlaufes und die Ehrenmitglieder des Vereins vergeben wird. Die Idee dazu stammt von KR Willi Wilfling vom SK Schwaz.

50-Jahr-Jubiläum 'SKS-Schwaz'

Anläßlich der Hauptversammlung vom 17. Oktober 1980 wurde der langjährige Funktionär und Kampfrichter Karl Vergörer zum neuen Obmann gewählt. In seine Zeit fällt die Errichtung der zwei Jugendsprungschanzen im Raume Gallzein-Gasteig, die den Namen 'Silberstierschanze' trägt. Neben den erwähnten Großveranstaltungen absolviert der Ski-Klub Schwaz Jahr für Jahr ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm: Trockentrainung im September, Kinderschikurse bis Ende der Weihnachtsferien, Kinderschifest, Vereinsmeisterschaften, Int.-Franz-Moser-Gedächtnis-Riesentorlauf, Stadtmeisterschaft (alle zwei Jahre), Lang- und Sprunglaufbewerbe und Ball des Ski-Klubs Schwaz.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte konnte der SKS 1989 einen FIS-Damen-Super-G veranstalten. Dem Rennen gingen monatelange Vorbereitungen voraus, mussten doch sowohl Strecke als auch Stadt auf dieses sportliche Großereignis vorbereitet werden. Insgesamt wurde 37 Läuferinnen gewertet. Siegerin wurde Karin Köllerer. Nur ein Jahr später waren bei der gleichen Veranstaltung 130 Läuferinnen aus neun Nationen am Start. Den Sieg holte sich 1990 die Kärtnerin Manuela Umele.

Ausschreibung 1989
Ausschreibung 1990

Erfolgreich über Jahrzehnte - die 90er:

1990 übernahme nach zehn Jahren Obmannschaft von Karl Vergörer Dr. Gernot Moser diese Funktion. Seit dem Obmannwechsel am 18.5.1990 stand der Ski-Klub Schwaz im Zeichen einer völligen Neuorganisation. Begonnen wurde die Aufbauarbeit mit einen praktisch völlig neuen Klubvorstand im Jahre 1990. Der erste Schritt z ur Verbesserung der Mitgliederzahl (1990 ca. 400 Mitglieder) und Betreuung wurde mit der Einführung eines regelmässigen Info-Blattes gesetzt, das mindestens vierteljährlich über die Angebote und Entwicklungen des Ski-Klub berichtet. Gerade im Bereich der eigenen Rennveranstaltungen wurde in den 90-iger Jahren auf eine Fortsetzung des Franz-Moser-Gedächtnislaufes, einer der größten ÖSV-Punkte-Rennen Österreichs, Verbesserung der Vereinsmeisterschaften und des Kinderskifestes, schliesslich aber auch auf eine Neuorientierung des Klub gesetzt. So veranstaltete der Ski-Klub Schwaz in diesem Jahrzehnt Bezirkscuprennen für den Tiroler-Ski-Verband, lenkte also seine Aufmerksamkeit auf Landesveranstaltungen. 1995 brachte der SKS die Kampfrichtermeisterschaft und 1996 die Tiroler Seniorenmeisterschaft nach Schwaz.

Unsere Berta Teissl beim 1. Skiklub Ball 1991 - ein Tänzchen mit dem Sänger des Goldried Quintetts

Ein wichtiges Anliegen des SKS war es auch die Arbeit neuer Funktionäre zu erleichtern. Daher wurde in diesen Jahren einiges investiert. Angefangen von der Anschaffung mehrer EDV-Geräte samt Vereins-, Buchhaltungs- und Rennprogramm, der Erweiterung der Zeitmessanlagen, der unterirdischen Verkabelung der gesamten Zeitmessung am Hecher, Einkauf von Kippstangen, Torflaggen, Absperrzäunen und -bändern, Start- und Zielzelten, tragbaren Lautsprecheranlagen, Bohrmaschinen, Funkgeräten u.v.m. hat sich der SKS eine perfekte Ausrüstung zur Abhaltung gelungener Rennen zugelegt.

Gernot Moser und Karl Vergörer am Kellerjoch

Im Zuge der Jahreshauptversammlung am 11.6.1999 legte Dr. Gernot Moser nach 9 Jahren sein Amt zurück.

Ihm folgte Werner Picker als neuer Obmann. Gemeinsam mit einem neuen Team, führte Werner Picker die erfolgreiche Arbeit von Altobmann Dr. Gernot Moser fort, und führte den Ski-Klub in ein neues Jahrtausend. Ein Highlight in seiner Amtszeit war sicherlich die Durchführung des „Silbercup`s, ein Skirennen der gesamten Silberregion Schwaz mit seinen Feriendörfern. Dabei waren 150 Erwachense und 260 Kinder am Start.

Bei der Jahreshauptversammlung am 7.6.2001 kam es erneut zu einem Obannwechsel. Hilmar Baumann folgte nach zweijähriger Amtszeit Werner Picker als neuer Obmann.

Auch sein Anliegen war es die erfolgreiche Vereinsarbeit, speziell in der Nachwuchförderung, aber auch im Bereich der Rennorganisation fortzuführen. Eine wesentliche Erleichterung zum Abhalten von Skirennen war der Ankauf eines Ski-Doo`s, das heute bei der Durchführung von Skirennen nicht mehr wegzudenken wäre. In seiner Amtszeit erhielt auch unser Zielcontainer am Kellerjoch einen Dachstuhl. Im Jahr 2004 übersiedelte der Ski-Klub in das Hannakgebäude beim Regionalen Sportzentrum wo wir ein Büro, einen Besprechungsraum sowie einen Lagerraum von der Stadtgemeinde Schwaz zur Verfügung gestellt bekamen.

Nach fünfjähriger Amtszeit musste Hilmar Baumann (ein Jahr vor den offiziellen Neuwahlen) seine Funktion als Obmann aus beruflichen Gründen zurücklegen.

So kam es bei der Jahreshauptversammlung am 14.6.2006 zur Neuwahl.

Als sein Nachfolger wurde Armin Knab vorläufig für ein Jahr gewählt. In diesem Jahr musste sich der neue Obmann einen fast komplett neuen Vorstand für die nächste Periode zusammenstellen, da einige langjährige Funktionäre nicht mehr zur Verfügung standen.

Im Zuge der Jahreshauptversammlung am 14.6.2007 präsentierte Obmann Armin Knab seinen neuen Vorstand, und verabschiedete mit Frau Anni Sigl, Bernadette Weißenhofer, Johann Weißenhofer, Otto Wösch sowie Helmar Berger verdiente Funktionäre des Ski-Klubs.

Verabschiedung verdienter Funktionäre - im Bild vorne von links: Obmann Armin Knab, Anni Sigl, Bernadette Weißenhofer, Kaderleiter Sophia Winkler, Obmannstellvertreter Hilmar Baumann - hinten von links: Werner Lederwasch (Bezirksvertreter ASVÖ), Helmar Berger. Es fehlen Johann Weißenhofer und Otto Wösch.

Als ehemaligem Rennläufer, und langjährigem Trainer ist es dem neuen Obmann ein großes Anliegen, neue Kinder an den Skirennsport heranzuführen. Auch die Aufgabenverteilung der einzelnen Funktionen im Vorstand wurden neu vergeben. Desweiteren arbeitet man an der Umstellung auf ein neues EDV-Programm für die Buchhaltung und Vereinsverwaltung. Die zahlreichen Sponsoren sollten besser betreut werden, und zur Verbesserung der Trainingsintensität wurde eine hochmoderne Funkzeitnehmung angeschafft. Eine einheitliche Trainigs – und Skibekleidung für alle Rennkaderkinder und Trainer sorgt ebenfalls für ein ordentliches Auftreten des Ski-Klubs.

Der Ski-Klub zählt heute mit 850 Mitgliedern immer noch zu den stärksten Vereinen im Tiroler Skiverband, steht auf einer soliden finanziellen Basis und ist besonders stolz auf seinen Rennkader der 28 Kinder – Schüler und Jugendliche zählt, die regelmäßig auf Bezirk`s und Tirol Cup Rennen (ÖSV) entsandt werden.

Verfasser: Prof. Josef Brutter und Armin Knab